paraguay-predigtdienst-teil-I

“Es war ein sehr kalter Herbsttag, der eisige Südwind wehte uns um die Ohren. Es war so ein Tag, an dem sich irgendwie nichts vor der Kälte schützen lässt – keine Jacke, keine Mütze scheint ausreichend warm zu sein obwohl oder gerade weil wir hier in den Tropen sind.
Doch wir wollten unbedingt einige Rückbesuche und Studien versuchen. Wir machten uns also trotz der unangenehmen Witterung auf den Weg. Da wir ohne Auto unterwegs waren, mussten wir zu Fuß etwa vier Kilometer die Ruta zurücklegen, um alle zu erreichen. Was uns gerade recht war, denn so wurden wir immerhin vom Laufen etwas warm.
Viele waren nicht daheim. Oder vielleicht mochten sie auch nur nicht aus ihrem warmen Haus herauskommen? Dafür hatten wir auf unserem Marsch an der Ruta ein beeindruckendes Erlebnis. Schon von fern sahen wir ein Auto und zwei Männer in dunkler Kleidung am Straßenrand. Wer das wohl sein könnte? Je näher wir kamen, desto klarer wurde uns: Das ist die Policia Caminera! Die Polizei in Paraguay, die zum Beispiel kontrolliert, ob man auch artig das Licht anhat. (:
Als wir dann direkt an ihnen vorbei gingen, merkten wir, dass nicht nur wir sie erkannt hatten, sondern auch sie uns: während meine Partnerin noch in ihrer Tasche suchte, fragten die beiden Männer auch schon, ob wir nicht etwas zu lesen für sie hätten? Aber sicher doch! Wie schön zu sehen, dass einige Menschen wirklich nach der Botschaft aus Gottes Wort hungern und Wertschätzung für unsere Zeitschriften haben!
Voller Freude über diesen schönen Zwischenstopp zogen wir dann weiter unseres Weges. Und beim letzten Haus konnten wir sogar dann noch mit einer richtig lieben Mennonitin sprechen, die sich trotz der Kälte aus ihrem Haus gewagt hatte. Studiert haben wir zwar nicht, dazu war es einfach zu kalt (die Menschen hier bitten einen in der Regel nicht ins Haus), doch wir hatten ein freundliches Gespräch. Die Augen der Frau strahlten und wir merkten: sie hat sich über unseren Besuch gefreut und die Tür steht uns für das nächste Mal offen. Es hatte sich also doch mal wieder gelohnt, los zu gehen!”