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Das war wirklich ein besonderer Monat – die Aktion im August mit ganz besonders viel Predigtdienst! Unsere Versammlung hatte viele Tagestouren als ganze Gruppe in entfernte Gebiete geplant. So auch gleich am zweiten Tag. Wir fuhren mit drei Autos in einige Gebiete, die teilweise zuletzt vor ein einhalb Jahren bearbeitet wurden, etwa zwei Fahrtstunden entfernt. Am Abend vorher packten wir noch unsere Predigtdiensttaschen und bereiteten Essen für die Mittagspause vor.
Schon morgens machten wir viele tolle Erfahrungen. Es fasziniert mich immer wieder, dass die Leute einen auch nach so langer Zeit nicht vergessen haben und sich riesig freuen, wenn wir wieder kommen.
Mittagspause machten wir bei einer lieben interessierten Frau, die ihre große Wiese für uns alle zur Verfügung stellte. Sie macht in ihrer Nachbarschaft schon auf ihre Art Predigtdienst und erzählt eifrig, was sie von uns lernt. Sie war überglücklich, so viele Zeugen auf einmal bei sich zu haben.
Nachmittags ging es dann weiter in ein anderes Gebiet. Besonderheit diesen Monat: wir hatten nicht nur die Traktate, Literatur und Filme in Portugiesisch in unseren Predigdiensttaschen (die meisten Menschen dort können nämlich kein Deutsch mehr lesen, sondern nur Portugiesisch und Spanisch), sondern die Gesellschaft hat liebvollerweise das „Bibel-studieren-Video“ in den Dialekt der Deutschbrasiliander übersetzt. So konnten wir bei vielen Gelegenheiten mit unserem Tablet den Film in „Hunsrück“ abspielen und die Leute waren begeistert. „Ja, das ist genau meine Sprache! Ich verstehe alles! Viel besser als euch.“ hörten wir immer wieder.
Am Ende dieses wunderschönen Tages – es war das letzte Haus und es wurde schon dunkel – trafen wir noch auf eine sehr nette Frau. Sie kannte uns gar nicht, bot uns aber sofort Stühle an und wir sollten uns setzten. Sie sprach nur Spanisch und Portugiesisch. Ganz aufmerksam hörte sie zu, als wir ihr das Traktat gaben und das Video zeigten. Als wir damit fertig waren, fragt sie uns doch tatsächlich, wo man denn dahin kommen kann, also wo unsere „Kirche“ sei? Ich war wirklich platt und wusste für einen Moment nicht, was ich sagen sollte! Da es dort keine Versammlung in der Nähe gibt und wir das Gefühl hatten, dass sie unbedingt mehr wissen wollte, haben wir ihr noch die Gute-Botschaft Broschüre da gelassen und ihr gezeigt, wie man damit selber die Antworten auf Fragen in der Bibel finden kann. Dann tauschten wir Telefonnummern aus, um in Kontakt bleiben zu können. Das ist für uns hier oft eine zusätzliche Art des Predigtdienstes, da dies bei so weit entfernten Gebieten oft die einzige Möglichkeit ist, mit den Menschen die Bibel zu studieren.
Auf der Rückfahrt tauschten wir im Auto unsere Erfahrungen aus und freuten uns gemeinsam über den erfolgreichen Predigdienst-Tag!