predigtdienst-paraguay-predigen-zeugen-jehovasGleich morgens machten wir uns mit dem Bus auf den Weg in unser Gebiet. Das Ziel war der kleine Ort Triunfo, in dem einige Deutschsprachige Menschen wohnten, die wir besuchen wollten. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass wir nur noch einen Kilometer zu fahren haben bis unser Gebiet anfängt. Doch plötzlich biegt unser Bus unerwartet links ab! „Oh nein, was ist jetzt? Der ist doch sonst immer auf der Hauptstraße geblieben!“ Wir bekamen ein wenig Panik, denn wir fuhren nun ziemlich schnell immer weiter von unserem Ziel weg und hier hinten in der Pampa kannten wir uns gar nicht aus.

Schnell kämpften wir uns in dem überfüllten Bus nach vorne durch und fragten den Busbegleiter, wohin wir fahren und ob wir gleich wieder auf die Hauptstraße kommen. „Nein. Wir fahren bis Yatetay, dort könnt ihr am Terminal aussteigen, auf die andere Straßenseite gehen und in den nächsten Bus einsteigen. Der fährt dann nach Triunfo.“ Ich kam mir vor, als würden wir von Berlin über Amsterdam und Paris nach Frankfurt fahren… Ein Blick auf Google Maps am Abend sagte mir, dass unsere Route tatsächlich in etwa so ausgesehen hat. Auweia, den Diensttag heute hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Nach etwa einer halben Stunde am Terminal warten, kam dann der nächste Bus, der uns quasi zurückbrachte, und natürlich mussten wir nochmal neu bezahlen.

Als wir dann endlich im Gebiet ankamen, war leider schon eine Menge Zeit vergangen, doch wir versuchten das Beste aus dem Vormittag zu machen. Zumindest eine Person haben wir noch angetroffen. Und auch mit der netten jungen Paraguayerin an der Puma-Tankstelle konnten wir uns während der Mittagspause gut über die Bibel unterhalten.

Als wir bezahlen wollten, kam der nächste Schock: kein Geld mehr! Alles für die zusätzliche Fahrt draufgegangen! Mit ganz viel Mühe bekamen wir noch das Geld für unser Essen zusammen. Aber wovon sollen wir den Bus für die Heimfahrt bezahlen??

Schon wieder das Geldproblem! Die nächste Bank ist 80 Kilometer entfernt, also keine Chance. Jeder schaute noch einmal in jede Tasche und Ritze, ob sich da nicht doch noch irgendwo ein Scheinchen versteckt hatte. Aber es blieb dabei, wir hatten kein Geld für die Rückfahrt!

Jetzt galt es, einen Plan B zu überlegen. Jemanden anrufen, ob sie uns abends abholen können, wäre die allerletzte Möglichkeit gewesen. Es sind alle im Dienst, einige haben nur ein Motorrad, und die ein Auto haben, sind mindestens 40 km entfernt unterwegs. Wir könnten also nur darauf hoffen, dass ein Busbegleiter dabei ist, der uns schon kennt und er uns mitnimmt, auch wenn wir alle nicht zahlen können…

Aber was hilft es, sich jetzt schon verrückt zu machen (in Paraguay wird man tatsächlich selbst auch viel entspannter:-) ), wir gehen erst einmal weiter in den Dienst.

Etwa zwei Stunden später sah es nach Regen aus. Wir sollten also bald den Rückweg anpeilen. Wenn doch nur irgendwer zufällig hier wäre, der uns Geld leihen könnte…

Während wir so an der Ruta entlanggingen, wurde auf einmal ein Motorrad neben uns langsamer. Nanu? Die kennen wir doch! Ein Ehepaar aus unserer Gruppe! Sie haben hier heute auch einige Rückbesuche probiert und da es nach Regen aussieht, sind sie vorschnell aufgebrochen, um dann von der unpassierbaren Erdstraße weg zu sein. Unsere Rettung! Wenn das kein Timing ist! Oder hat da vielleicht jemand unsere ausweglose Situation gesehen…? Wir erzählten ihnen etwas beschämt von unserer Misere, und natürlich konnten sie uns das Geld für die Heimfahrt leihen. Uns purzelten so einige Steine vom Herzen!

Immerhin lief dann bei der Rückfahrt alles glatt, der Bus kam pünktlich, machte keine unerwarteten Umwege und wir sind heile zu Hause angekommen:-)