paraguay-dienst-in-leder-story-2

Dieser Diensttag begann eigentlich damit, dass mein Mann und ich feststellten, dass wir beide mal wieder großen Appetit auf Kartoffeln hätten, wir leider aber keine mehr zu Hause haben! Wir hatten aber auch kein Geld mehr daheim, um welche zu kaufen, und wir kommen erst Ende der Woche wieder in die nächstgrößere Stadt zum Geld abheben…
Wie dem auch sei, wir machten uns auf den Weg und waren den ganzen Tag fleißig im Dienst. Nun war es schon Nachmittag. Bevor wir unseren Dienst beenden, wollten wir doch nochmal bei dem Holzhaus an der Ecke nachfragen, ob dort nicht auch jemand Deutsch spricht.
Es ist – wie so viele Male vorher – niemand zu Hause. Aus irgendwelchen Gründen gingen wir noch den Erdweg ein Stück weiter hinunter. Wir blieben vor den nächsten türkisblauen Häusern stehen, dicht bewachsen von lauter Büschen, grünen Kletterpflanzen und blühenden Sträuchern, paraguayisch-romantisch. Weiter unten wuchsen am Grundstücksrand diverse Bananenstauden. Ob da auch kleinere Ableger dabei sind, die wir uns für unseren Garten ausbuddeln können…? Tatsächlich. Aber einfach ausbuddeln geht natürlich nicht…
Während wir etwas ratlos vor der kleinen Bananenstaude standen, bemerkte ich näherkommende Stimmen. Die Besitzerin, wie sich herausstellte. Eine ganz nette ältere Frau betrachtete uns neugierig mit ihren dunklen Augen. Wir begrüßten sie, und erzählten ihr in unserem gebrochenen Spanisch, dass wir aus Deutschland kommen, wo wir jetzt wohnen und dass wir hier sind, um mit Deutschsprachigen Menschen über die Bibel sprechen. Wie sich herausstellte, hat diese Frau auch Deutsche Wurzeln, spricht und versteht aber nur Spanisch. Dennoch war nun das Eis endgültig gebrochen! Wir fragten, ob wir uns eine kleine Bananenpflanze mitnehmen dürften. Aber sicher! Zusätzlich erntete sie noch einige Früchte von einer großen Bananenstaude und erklärte uns sämtliche verschiedene Arten, die in ihrem Garten wachsen. Und dann geschah etwas, womit ich nun wirklich nicht gerechnet hätte: plötzlich fängt sie an, in der Erde herum zu graben und befördert nach kurzer Zeit mehrere Kartoffeln ans Tageslicht! „Die sind auch für euch!“
Mir fehlten die Worte! Haben wir uns nicht heute Morgen noch Kartoffeln gewünscht?! Und jetzt gräbt uns diese Frau unaufgefordert Kartoffeln aus und schenkt sie uns…!!
Lächelnd und glücklich gingen wir an diesem Abend nach Hause, und machten uns sofort einen Kartoffelauflauf!:-) Ja, hier erlebt man wirklich Dienst der ganz besonderen Art und wird manchmal sogar unerwartet gesegnet, indem kleine Wünsche erfüllt werden!:-)